Über Kristina

 

Ich Ich bin 1975 geboren und in einem katholischen Dorf aufgewachsen. Als ich mit 16 Jahren bei meiner Firmung dem Bischof gelobte, den Glauben in die Welt zu tragen, kam ich mir wie eine Verräterin vor. Als in der 13. Klasse ein Mitschüler starb, verließ mich der letzte Funke Glauben. Warum musste er sterben? Dominik hatte nicht mehr oder weniger gesündigt als wir anderen auch. In dem Moment, als die lebenserhaltenden Maschinen abgeschaltet wurden und er starb, hatten wir Religionsunterricht. Unser Religionslehrer ließ uns aufstehen, ein Vaterunser beten und beendete dann den Unterricht vorzeitig. Er ließ uns allein im Klassenzimmer.

Nach dem Tod von Dominik habe ich mich immer wieder gefragt, was ich heute tun würde, wenn ich morgen sterben würde. Das war für mich jahrelang eine sehr gute Orientierung im Leben. Nach dem Abitur ging ich für ein Jahr als Au Pair in die USA. Danach studierte ich Biologie mit den Schwerpunkten Evolutionsbiologie und Genetik in Bonn und Christchurch, Neuseeland. Während meines Studiums in Neuseeland hatte ich eine Nahtoderfahrung. Obwohl mir erst fast 10 Jahre später bewusst wurde, dass es sich um eine Nahtoderfahrung handelte, habe ich mich danach sehr verändert. Mein großes Ziel, eine wissenschaftliche Laufbahn einzuschlagen, war mir nicht mehr wichtig. Zurück in Deutschland habe ich mein Biologiestudium mit dem Diplom abgeschlossen. Danach arbeitete ich zwei Winter als Skilehrerin in Österreich und reiste im ersten Sommer durch Osteuropa und im zweiten durch Südamerika.

Danach habe ich nicht nach vorne, sondern nach hinten geschaut. Da ich in der Schule Sport als Leistungskurs belegen wollte, mich aber davon abbringen ließ, wollte ich das nachholen und begann an der Deutschen Sporthochschule Köln Sport auf Lehramt zu studieren. Gleichzeitig arbeitete ich am Institut für Natursport und Ökologie und leitete dort ein Projekt zur Bildung für nachhaltige Entwicklung. Das Studium schloss ich mit der Ersten Lehramtsprüfung ab. Meine Doktorarbeit habe ich über dieses Projekt geschrieben. Dabei wurde mir klar, dass Bildung nicht zu Verhaltensänderungen führt, Verhaltensänderungen aber die Voraussetzung für einen nachhaltigen Lebensstil sind. Deshalb habe ich das Thema nicht weiter verfolgt.

Im letzten Jahr meiner Doktorarbeit traf ich einen spirituellen Lehrer und begann, spirituelle Bücher zu lesen. Dabei wurde mir klar, dass das, was ich in Neuseeland erlebt hatte, eine Nahtoderfahrung war. Plötzlich konnte ich mich wieder an einige Erlebnisse in diesem Zustand erinnern.

Meine Nahtoderfahrung: In sehr schneller Folge traf ich andere Menschen und fühlte mich immer so, wie sie sich fühlten. Mit jedem dieser vielen Menschen hatte ich Kontakt, und bei jedem dieser vielen Menschen führte dieser Kontakt zu negativen Gefühlen. Da es auf der Gefühlsebene keine Grenzen zwischen den anderen und mir gab, fühlte ich immer genau, was ich in ihnen anrichtete. Es war schrecklich, so wollte ich nicht auf andere wirken. Dann bekam ich eine Art Update. Es war, als ob mir telepathisch etwas mitgeteilt wurde, was ich intellektuell nicht verstand, aber ich änderte automatisch mein Verhalten den anderen gegenüber. Danach habe ich bei vielen Kontakten mit anderen Menschen positive Gefühle erzeugt und empfunden. In einer anderen Episode, während der Nahtoderfahrung, wurde mir bewusst, dass ich nicht auf diese Weise sterben sollte und dass ich noch etwas in diesem Leben zu tun hatte. Ich wusste nicht, was das sein würde. Aber das war auch nicht wichtig.

2014 begann ich mich intensiv mit der indischen Philosophie Advaita Vedanta zu beschäftigen, dank meines Mannes, den ich damals gerade kennengelernt hatte und der mich zu einem amerikanischen Advaita-Lehrer mitnahm. Ich besuchte mehrere Seminare bei dem Amerikaner sowie bei einem indischen Ehepaar in Deutschland und Indien. Seit 2018 schaue ich mir fast ausschließlich Videos von Swami Sarvapriyananda an. Er ist Mitglied der Ramakrishna Mission und Direktor der Vedanta Society New York. Von 2019 bis 2020 war er Gaststudent an der Theologischen Fakultät der Harvard Universität in der Nähe von Boston. Im Jahr 2019 hielt er eine Rede bei den Vereinten Nationen während der World Interfaith Harmony Week.

Seit 2012 bin ich in der glücklichen Lage, Autoren als Freiberuflerin zuarbeiten zu dürfen. Danke Anne! Da es sich hauptsächlich um Bücher im Gesundheitsbereich handelt, habe ich selbst viel gelernt und umgesetzt. Gleichzeitig gibt mir diese Tätigkeit genügend Freiraum, um mich intensiv mit Advaita Vedanta zu beschäftigen.